Montag, 1. April 2019

Wo der Atlantik auf den Pazifik trifft

Am Freitag stand wieder ein ganz besonderes Highlight auf der Tagesordnung: wir wollten unbedingt in den Nebelwald. Nur ca. 6km entfernt, kann man dort kostenlos parken und ein Shuttle fährt die letzten Kilometer gratis zum Eingang des Nationalparks. Das Klima ändert sich fast mit jedem zurückgelegten Kilometer: bei uns noch sonnig und relativ klar, wird man dort, angekommen, direkt nass. Ein dichter Nebel umklammert den Wald und es herrscht fast durchgängig ein Nieselregen. Tatsächlich wäre eine sehr dünne Regenjacke von Vorteil gewesen - wir konnten mit unserem Equipment wie im letzten Nationalpark nicht gerade glänzen. Das Highlight des Parks: ein Aussichtspunkt, wo genau die Luftströmungen des Atlantiks auf die des Pazifik treffen - ein einmaliges Spektakel - auch wenn man genaugenommen nichts sehen kann und sich auf die aufgestellte Tafel verlassen muss.

Blick morgens vom Bungalow in die Berge

Beim Frühstück: tendenziell eines der schlechteren

Angekommen im Nebelwald

Die Wanderwege: pink markiert unsere Route
 
Im Nebelwald

Wir sind im Park einem 3 Stündigen Trail gefolgt - wieder gespickt mit den üblichen Highlights: Hängebrücken, Wasserfälle und etliche Aussichtspunkte. Dieser Nationalpark war im Vergleich zu den vorherigen aber doch besser besucht, mit mehr Informationen und Hinweisen ausgeschildert und größer, da viele Wege abgelaufen werden konnten.

Noch mehr Nebelwald

Achtung: das letzte mal Kultur - bitte aufpassen und nachlesen - der "Continental Divide"

Genau dort: wie Sie sehen sehen Sie nichts

Hängebrücke

 Auf der Hängebrücke

 Doch nochmal Kultur, sorry

Nebelwald

Nicht wenige nehmen neben der Kamera auch das Stativ mit - sogar ein Mikrofon war ein paar mal dabei
Natürlich ist auch ein Wasserfall dabei

Überblick über die Vögel in Costa Rica I

Überblick über die Vögel in Costa Rica II

Pünktlich zur Mittagszeit waren wir durch und machten uns auf den Rückweg. Wir kehrten zur Abwechslung mal in ein mexikanisches Lokal ein: gemütlich und entspannt, mal kein Reis mit Hähnchen, sondern Quesadillas und Taccos wurden serviert. Danach sind wir noch in ein Café und schmiedeten den Plan für den Nachmittag. Wir entschieden uns für eine spannende Tour bei Don Juan: "3 in 1" - eine Kaffee, Schokoladen und Zuckerrohr Tour auf einer Plantage in der Umgebung. Für 35 USD kein Schnäppchen, aber wir sollten es auch nicht bereuen.

Auf dem Rückweg, keine 2km vom Nebelwald entfernt: Blick auf den Pazifik bei glasklarer Luft

Und noch ein Kaffee...

... Costa Rica Style

Man beachte auch Nikkis Chai Latte - die Dimension stimmt, mind. ein halber Liter

 Kurz gesonnt bei uns bevor es zur Kaffee Tour los ging

Die Tour ging ca. 2 Stunden und war wirklich super: der Guide demonstrierte anschaulich und mit interessanten Informationen die verschiedene Schritte des jeweiligen Produktionsablauf. Wir konnten auch selbst rösten, Probetrinken und natürlich auch Schokolade Probeessen.

Kaffee:
  • Die Kaffeepflanze kommt ursprünglich aus Äthopien und man mochte sie gar nicht; man verbrannte sie daher und bemerkte dann das wohlriechende Aroma (so eine Geschichte) - erst 1791 wurden die ersten Kaffeepflanzen in Costa Rica angebaut, wo heute auch nur 1% des Kaffees weltweit exportiert wird
  • Pflücker erhalten pro Tag vielleicht 30 USD (wenn sie gut sind) - und natürlich machen das keine Locals, sondern Immigranten aus Mexiko oder Nicaragua - ähnlich wie unsere Spargelstecher in Deutschland...
  • Je länger und dunkler die Kaffeebohnen geröstet, desto weniger Kaffee bzw Koffein ist am Ende enthalten. So hat bspw. der beliebte Espresso weniger Koffein als eine Tasse gebrühter Kaffee oder eine Dose Cola. Entscheidend ist, wie lange der Kaffee Kontakt zum Wasser bzw. zur Flüssigkeit hat. 
 Schokolade (Pi mal Daumen):
  • Die Kakaobohnen werden fünf Tage fermentiert - der Gestank ist nicht ohne; wir konnten Geruchsproben nehmen - Alkohol pur. Danach werden sie getrocknet und man kann diese Kakaobohnen dann schon essen. Sehr bittere dunkle Schokolade, süß ist sie jedenfalls nicht. 
  • Die getrocknete Schokolade wurde dann mit einem Fleischwolf gemahlen und es entstand dunkle Kakaobutter. Diese Masse wird normalerweile gepresst und es entsteht somit die Kakaobutter (die man in den handelüblichen Lotions oft sieht) und das Kakaopuver. In unserem Fall wurde die gesammte Masse mit viel braunem Zucker, Salz, Pfeffer, Zimt und Cayenne Pfeffer gemixt und daraus entstand eine einfache Schokolade, die wir probieren konnten und mit heißem Wasser als Kakao serviert wurde. Es war sehr bitter und ist sicherlich nichts für jedermann. Aber interessant war es auf jeden Fall.
 Los geht's

 Blick auf die Plantage

 Wo kommt der Kaffee her bzw. wo werden die Kaffeepflanzen angebaut?

 Eine Kaffeebohne

 Die Kaffeepflanzen ganz jung

 Der Pflückkorb - 2 USD pro Korb werden üblicherweise gezahlt

 Die Maschine, mit der die Frucht von der äußersten Schale befreit wird (von insgesamt vier)

 Hier wird geröstet: kann man auch selbst zuhause in einer heißen Pfanne

 Interessant

 Zum Verinnerlichen

 Blick auf die gerösteten Kaffeebohnen

 So trinkt man Kaffee in Costa Rica

 Zuckerrohrsaft

 Frucht vom Kakaobaum

 Selbst zubereitete Schokolade
 Wir verlassen das Gelände

Abends waren wir dann gar nicht mehr so hungrig und imbissierten in unserer Unterkunft eine Kleinigkeit und waren danach so müde, dass sogar das Canasta Matchi ausfallen musste.

Zur Abwechslung mal "low carb"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Rückflug...:(

Am Sonntag war es dann leider so weit - für einige von uns war die Zeit in Mexiko nun vorbei. Chris, Nikki, Jannik, Charly, Andrés Oma Heidi...